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Gute Frage! Was sagt meine Stimme?

In der Juni-Ausgabe geht es in meinem Newsletter „Gute Frage!“ um die Stimme: Was verrät sie neben der Bedeutung meiner Worte? Hat die Art, wie ich spreche, einen Einfluss darauf, was andere verstehen? Und wie verändert sich unsere Wahrnehmung der Stimme, wenn Künstliche Intelligenzen sie täuschend echt reproduzieren können? Um den Fragen nachzugehen, habe ich mit Dr. Katrin Prüfig gesprochen – das Gespräch ist in ganzer Länge unter diesem Text zum Hören eingebettet.

Expertin für “Akustisches Charisma”

Katrin Prüfig beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Akustisches Charisma“. Gemeinsam mit dem Kommunikationswissenschaftler Professor Oliver Niebuhr hostet sie den Podcast „Stimmt! Die Sprechviertelstunde“, in dem beide berichten, warum manche Menschen allein durch ihre Stimme überzeugend wirken und andere trotz guter Inhalte nicht die gewünschte Wirkung erzielen.

Im Gespräch räumt sie zunächst mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Charisma ist kein angeborenes Talent. Viele der Signale, die wir als kompetent, selbstbewusst oder leidenschaftlich wahrnehmen, lassen sich trainieren. Dabei geht es weder um künstliche Perfektion noch darum, sich eine neue Stimme zuzulegen. Ziel ist vielmehr, die eigene Stimme bewusster einsetzen zu können.

Dr. Katrin Prüfig ist Medien- und Kommunikationstrainerin und zertifizierte Voice Profilerin. 

Mehr als 20 Jahre lang war sie als Journalistin und Moderatorin in der ARD tätig. Sie hat die Tageschau am Vormittag moderiert sowie Sendungen auf Tagesschau24, Plusminus und Markt im NDR. Katrin Prüfig ist seit 2002 parallel als Trainerin und Coach im Einsatz.

Ihr Buch „Führungsinstrument Stimme. In 10 Schritten zu mehr akustischem Charisma“ erschien 2022 bei Schäffer-Poeschl.

Kontext beeinflusst Wirkung

Wichtig ist Katrin Prüfig zu berücksichtigen, dass Stimme immer im Zusammenspiel mit dem Kontext wirkt. Wer vor einem Gremium spricht oder ein digitales Meeting moderiert, braucht eine andere Präsenz als im persönlichen Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Viele Menschen unterschätzen gerade in digitalen Räumen, wie viel Wirkung verloren geht, wenn Worte „auf die Tastatur tropfen“, statt den Raum zu füllen.

Ein gelegentliches „Ähm“ für die Glaubwürdigkeit

Besonders spannend fand ich eine Entwicklung, über die wir im Zusammenhang mit der zunehmenden Präsenz KI-generierter Stimmen gesprochen haben: Menschliche Eigenheiten gewinnen an Bedeutung, wenn wir mehr und mehr von künstlichen Stimmen umgeben sind. Scheinbare Makel machen den Unterschied. Kleine Denkpausen, ein gelegentliches „Ähm“ oder die hörbare Suche nach dem nächsten Wort können Gespräche sogar glaubwürdiger machen. Sie zeigen, dass hier ein Mensch spricht und denkt. Um das „Ähm“ geht es übrigens auch in der aktuellen Folge des Podcasts „Stimmt! Die Sprechviertelstunde”.

Am Ende läuft vieles auf eine Frage hinaus, die weit über Rhetorik hinausgeht: Wie schaffen wir Vertrauen? Für Katrin Prüfig ist die Stimme dabei ein oft unterschätztes Werkzeug in der Gesamtheit des Auftritts. Wer stimmlich Kompetenz, Selbstbewusstsein und Leidenschaft vermittelt, macht es anderen leichter zuzuhören, sich einzulassen und Vertrauen zu entwickeln.

Gespräch zum Nachhören

Mein Gespräch mit Dr. Katrin Prüfig über das Akustische Charisma und die Bedeutung der Stimme.

Weitere Ausgaben meines Newsletters “Gute Frage!” sind hier im Text verlinkt. Hier können Sie sich anmelden, um jeden zweiten Freitag im Monat die jeweils aktuelle Ausgabe mit weiteren Fragen rund um Kommunikation zu erhalten.