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KI professionell nutzen

Beim ersten Stammtisch Wissenschaftskommunikation des Jahres haben wir über ein Thema diskutiert, das gerade allen auf den Nägeln brennt: Wie verändert KI die Prozesse in den Kommunikationsabteilungen, welche Regeln sind zu beachten, um die Tools professionell anzuwenden?

Zu Gast hatten wir Hendrik Schneider vom Leibniz‑Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Dort leitet er die Kommunikationsabteilung und ist gleichzeitig auch KI-Beauftragter der Forschungseinrichtung. 

Hendrik Schneider (KI-Bild)

KI im Einsatz für Wissenschaftskommunikation

Schneider zeigte, wie stark sich die Arbeit von Kommunikationsabteilungen bereits verändert hat. In seiner Abteilung analysieren eigene KI-Agenten wissenschaftliche Publikationen, erstellen Entwürfe für Pressemitteilungen und entwickeln Social-Media-Beiträge für die verschiedenen Kanäle. Die gewonnene Zeit wird dort bewusst nicht genutzt, um noch mehr Inhalte zu produzieren, sondern für strategische Aufgaben, persönliche Kontakte und neue Formate.

Regeln beachten und Verantwortung übernehmen

Zugleich machte der Abend deutlich, dass der professionelle Einsatz von KI klare Regeln braucht. Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz und die Vermeidung von Halluzinationen bleiben zentrale Herausforderungen. Schneider betonte mehrfach: Der Mensch muss immer das letzte Wort haben. KI kann repetitive Aufgaben übernehmen, Verantwortung aber nicht.

Neue Aufgaben für die Wissenschaftskommunikation

Besonders spannend war die Diskussion über die Zukunft der Wissenschaftskommunikation. Kommunikationsabteilungen werden nach Schneiders Einschätzung künftig stärker die Funktion übernehmen, Wissen zu kuratieren: Sie wählen relevante Themen aus, prüfen Qualität und bereiten Inhalte zielgruppengerecht auf. Gleichzeitig verändert sich die Frage, wie Forschung sichtbar wird. Künftig wird nicht nur wichtig sein, ob Forschung in Medien oder sozialen Netzwerken auftaucht, sondern auch, ob sie in KI-Systemen und Assistenten gefunden wird.

Ein ausführlicher Bericht des Abends ist auf der Website des Stammtisches zu lesen. Der Text vermittelt ausführliche Einblicke in die am ZALF genutzten KI-Workflows, die zehn Regeln für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Wissenschaftskommunikation sowie zahlreiche praktische Hinweise zu Tools und Infrastruktur.

Netzwerk Hamburger Stammtisch Wissenschaftskommunikation

Wer sich für den Hamburger Stammtisch Wissenschaftskommunikation interessiert, kann sich per Mail an stammtisch@​hamburg-​wisskomm.​de anmelden. Informationen zu kommenden Terminen veröffentlichen wir außerdem regelmäßig auf der Website und über die LinkedIn-Gruppe. Den Stammtisch gibt es seit rund zehn Jahren. Ich organisiere ihn gemeinsam mit meinem Kollegen Marcus Flatten. Wir treffen online und sind auch mal bei einzelnen Teilnehmenden vor Ort zu Gast. 

Beitragsbild: KI-produziert (Chat-GPT)