Für die April-Ausgabe meines Newsletters „Gute Frage!“ habe ich mich damit beschäftigt, wer eigentlich die langen Texte und Bücher noch liest, die täglich neu erscheinen. Ich habe dafür mit Christoph Engemann gesprochen, der als Medienwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum forscht. In seinem Essay* „Zukunft des Lesens“ analysiert er die aktuelle Krise des Lesens vor dem Hintergrund der Plattformökonomie.
Wir sprechen unter anderem darüber, warum es auch in einer Kultur der Mündlichkeit weiterhin von Bedeutung sein wird, Bücher zu veröffentlichen, was es für das Lesen bedeutet, dass wir uns gerade in eine Kultur der Mündlichkeit bewegen und wie wir bei all diesen Entwicklungen die Aufmerksamkeit unserer Zielgruppen finden. Das Gespräch kann hier direkt nachgehört werden:
Aufmerksamkeit für Texte in einer Kultur der Mündlichkeit
Christoph Engemann zeigt in seinem Text auch, welche Bedeutung es für unsere Gesellschaft hat, dass wir uns gerade von einer Kultur der Schriftlichkeit in die Mündlichkeit bewegen. Mehr und mehr übernehmen Videos und Podcasts die Funktion, die früher einmal Texte und Bücher gehabt haben. Die Erkenntnisse, die das vertiefte Eintauchen in Bücher, Essays oder lange Texte ermöglichen, könnten dabei verloren gehen, so eine seiner Thesen. Viel bedeutsamer aber sei die Bedeutung der digitalen Plattformen, über die Videos, Podcasts und Reels verteilt würden: Weil sie die notwendigen technischen Infrastrukturen besitzen, haben sie die Macht über die Verteilung. Meta und Co. entscheiden also darüber, welche Inhalte unsere Aufmerksamkeit finden.
Detaillierter lässt sich das in meiner Besprechung des Essays in meinem Blog oder auch im Text von Engemann direkt nachlesen.
Viele Wege führen zum Text
In meinem Newsletter entwickele ich Möglichkeiten, mit diesen Entwicklungen umzugehen, wenn man selbst Texte schreibt und möchte, dass sie gelesen werden. Mein Fazit: Wir sollten verschiedene Formate anbieten, in denen sich der Ursprungstext in unterschiedlicher Länge und Darstellungsform immer wieder neu präsentiert. So laden wir auf verschiedenen Wegen ein, ihn zu lesen. Podcasts und Videos gewinnen dabei in der Kultur der Mündlichkeit an Bedeutung.
Der Text des Newsletters ist hier nachzulesen. Für weitere Folgen kann man ihn hier abonnieren.
*Christoph Engemann: Zukunft des Lesens. Matthes & Seitz, Berlin 2025.

